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Betriebsunterbrechungsversicherung im Krankheitsfall

Die Betriebsunterbrechungsversicherung oder Betriebsausfallversicherung bzw. Praxisausfallversicherung wird besonders von Einzelunternehmern und Freiberuflern abgeschlossen um im Krankheitsfall des Betriebs- oder Praxisinhabers den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Eine eventuell schon bestehende Krankentagegeldversicherung wird in der Regel im Krankheitsfall allein nicht ausreichen um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, da hier lediglich das Nettoeinkommen des Unternehmers abgesichert wird, nicht jedoch die fortlaufenden betrieblichen Zahlungsverpflichtungen.

Krankentagegeldversicherungen sind daher eher als Ergänzung zur Betriebsunterbrechungs- oder Betriebsausfallversicherungen zu sehen.

Die Betriebsunterbrechungsversicherung leistet bei krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit des Unternehmers nach individuell vertraglich vereinbarter Karenzzeit Entschädigungszahlungen in Höhe der zur Liquiditätssicherung des Unternehmens notwendigen fortlaufenden betrieblichen Fixkosten.

Neben der Risikoabsicherung einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit des Betriebsinhabers, kann eine Betriebsunterbrechungsversicherung auch sinnvoll zur Absicherung der Unternehmensliquidität in Folge einer durch Feuer-, Wasser- oder Sturmschäden verursachten Betriebsunterbrechung eingesetzt werden. Auch für Betreiber von fremdfinanzierten grossen Photovoltaikanlagen kann eine Betriebsunterbrechungsversicherung sinnvoll sein, wenn die Vergütung für den in das Stromnetz eingespeisten Strom hauptsächlich für die Darlehensannuität verwendet wird. Ein durch Feuer, Sturm oder Hagel bedingter Photovoltaikanlagenausfall kann schnell zu Liquiditätsproblemen führen.

Die tägliche Entschädigungsleistung beträgt 1/360 der Versicherungssumme. Zur Liquiditätssicherung des Betriebes oder der Praxis sollte die Versicherungssumme mindestens die jährlichen Fixkosten wie Raumkosten, Personalaufwand, Leasingverflichtungen, sowie Finanzierungsaufwand und laufende Darlehenstilgung umfassen um den dauerhaften Fortbestand des Unternehmens über die Krankheitsdauer des Unternehmers hinaus zu ermöglichen.

Betriebsunterbrechungs-, Betriebsausfall- oder Praxisausfallversicherungen, die fortlaufende betriebliche Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer Erkrankung des Betriebs- oder Praxisinhabers übernehmen sind private Versicherungen, denn Krankheiten sind (vom Sonderfall der Berufskrankheiten abgesehen) grundsätzlich ein privates Risiko.

Aus diesem Grund sind Beitragszahlungen in diese Versicherungen nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig und im Umkehrschluss sind die Versicherungsleistungen keine zu versteuernde Betriebseinnahmen, sofern die Betriebsunterbrechung ausschliesslich krankheitsbedingt ist.