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Existenzgründung als zweites Standbein

Unternehmensgründungen in Deutschland werden von kleinen und kleinsten Gründungsprojekten dominiert. Drei von vier Existenzgründer haben anfänglich keine Mitarbeiter und mehr als acht von zehn Gründungen werden im Dienstleistungssektor vollzogen.

Als Kleingründung bezeichnet man in der EU eine Existenzgründung, deren Startkapital 25.000 Euro nicht übersteigt. Das Unternehmen bietet erfahrungsgemäß nicht nur zu Beginn, sondern dauerhaft nur dem Gründer selbst einen Arbeitsplatz und bleibt somit klein und überschaubar.

Die sogenannten Kleingründungen werden daher oft als zweites Standbein getätigt, neben dem eigentlichen Beruf im Anstellungsverhältnis.

Das schafft gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt, die Möglichkeit sich zusätzlich finanziell abzusichern und unabhängiger am Markt zu etablieren.

Der Unternehmer hat die Chance, sich ohne großen Finanzierungsbedarf und somit weitgehend ohne Verschuldungsproblem seine Unternehmensidee zu verwirklichen und später zu seiner Haupterwerbstätigkeit werden zu lassen.

Zur Vermeidung der Scheinselbständigkeit und den daraus resultierenden sozialversicherungsrechtlichen Folgen muss der Unternehmensgründer bzw. die Unternehmensgründerin gegenüber dem jeweiligen Auftraggeber tatsächlich eine selbständige Tätigkeit ausüben. Es darf unter anderem keine Weisungsgebundenheit gegenüber dem Auftraggeber bestehen und keine  Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers erfolgen.

In der Regel sind Kleingründer als Einzelunternehmer tätig, deren gewerbliche Existenzgründung beim Gewerbeamt anzumelden ist.

Möglich ist auch der Zusammenschluss von zwei oder mehr Personen zu einem gemeinsamen Zweck. Dadurch entsteht die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch GbR oder BGB-Gesellschaft genannt. Die Gesellschafter haften jedoch gesamtschuldnerisch.

Der Existenzgründung, dem zweiten Standbein, wird in diesem Fall mehr zeitliche Flexibilität verliehen, da sich der Unternehmer natürlich sowohl seinem Unternehmen als auch seinem weiterhin bestehenden Anstellungsverhältnis widmen muss.

Der Bergriff Kleinunternehmer, der im § 19 Umsatzsteuergesetz klar definiert ist, sei hier noch erwähnt. Hier geht es darum, dem Kleinunternehmer die Wahlmöglichkeit zu geben, bei Einhaltung der im § 19 UStG genannten Umsatzgrenzen von der Umsatzbesteuerung ausgenommen zu werden. Die Umsatzsteuer wird dann nicht erhoben. Das bedeutet jedoch nicht die Steuerfreiheit der Umsätze der Kleinunternehmer.