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Gewinn oder Verlust

Die Methoden, den Gewinn oder Verlust als Besteuerungsgrundlage eines Unternehmens zu ermitteln, sind im EStG (Einkommensteuergesetz) geregelt.

Zur Anwendung kommen Betriebsvermögensvergleich durch Bilanzierung und die Einnahmenüberschussermittlung.

Gleich welche Methode zur Anwendung kommt, der sogenannte Totalgewinn wird grundsätzlich bei jeder angewandten Methode gleich sein. Der Begriff des Totalgewinns zielt auf den gesamten Zeitraum des Bestehens des Unternehmens ab.

Grundsätzlich muss geklärt sein, ob für das Unternehmen eine Buchführungspflicht nach handels- und steuerrechtlichen Vorschriften besteht.

Jeder Kaufmann unterliegt der Buchführungspflicht nach § 238 (1) HGB (Handelsgesetzbuch) i.V.m. § 140 AO (Abgabenordnung). Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt. Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb der einen nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, § 1 HGB.

Der Kleingewerbetreibende, der keinen nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb hat, ist sogenannter Nichtkaufmann. Solange er seine Firma nicht freiwillig in das Handelsregister eintragen lässt, ist er nicht nach handelsrechtlichen Vorschriften buchführungspflichtig. Die Buchführungspflicht kann für ihn jedoch nach der steuerrechtlichen Vorschrift § 141 AO eintreten.

Die Buchführungspflicht für gewerbliche Unternehmen und Land- und Forstwirte ist in

§ 141 AO geregelt und tritt schon bei Überschreiten nur einer, der dort aufgeführten Umsatz-, Gewinn- und Wirtschaftswertgrenzen ein.

(zum Beispiel: Gewinn mehr als 50.000,00 Euro im Wirtschaftsjahr, Stand 2014)

Freiberufler sind von der Buchführungspflicht ausgenommen.

Bilanzierung

Buchführungspflichtige Unternehmen haben ihren Gewinn oder Verlust zwingend anhand der Erstellung von Bilanzen jeweils zum Schluss des Wirtschafts- / Geschäftsjahres durch Betriebsvermögensvergleich § 5 (1) EStG  i.V. m. § 4 (1) EStG zu ermitteln.

Betriebsvermögen zum Schluss des Wirtschaftsjahres

abzüglich Betriebsvermögen zum Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres

zuzüglich Wert der Entnahmen (Privatentnahmen)

abzüglich Wert der Einlagen (Privateinlagen)

= Gewinn / Verlust

Der Betriebsvermögensvergleich setzt eine doppelte Buchführung voraus. Der Jahresabschluss enthält die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung.

Einnahmenüberschussermittlung

Steuerpflichtige (Unternehmer) die nicht buchführungspflichtig sind, können ihren Gewinn oder Verlust durch eine Gewinnermittlung nach § 4 (3) EStG ermitteln.

Betriebseinnahmen

abzüglich Betriebsausgaben

= Gewinn / Verlust

Bei der Einnahmenüberschussermittlung gilt das Zu- und Abflussprinzip, das bedeutet, die Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben werden grundsätzlich in dem Wirtschaftsjahr erfolgswirksam erfasst, in dem sie gezahlt werden. Es erfolgt keine periodengerechte Gewinnermittlung, so wie beim Betriebsvermögensvergleich durch Bilanzierung und ist somit der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Gewinnermittlungsarten.

Freiberufler dürfen immer die Einnahmenüberschussermittlung anwenden.

Freiberufler und nicht buchführungspflichtige gewerbliche Unternehmen dürfen jedoch freiwillig Bilanzen nach § 4 (1) EStG erstellen.