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Ihre Photovoltaikanlage kann zur Steuerfalle werden

Photovoltaikanlagenbetreiber sind steuerrechtlich als Unternehmer zu betrachten, soweit sie den erzeugten Strom vermarkten. Dies geschieht insbesondere dann, wenn sie die im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) geregelte Netzeinspeisevergütung erzielen.

Betreiber von Photovoltaikanlagen erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb und werden mit ihrem Gewinn zur Einkommensteuer und zusätzlich zur Gewerbesteuer veranlagt. Probleme entstehen bei vermietenden Mitunternehmerschaften, denn hier kann die Photovoltaikanlage zur Steuerfalle werden.

Wird auf dem Dach einer Immobilie, die sich im Eigentum mehrerer Personen befindet und gemeinschaftlich vermietet wird, von diesen Personen eine Photovoltaikanlage betrieben, sollte der steuerrechtlichen Abfärbetheorie besondere Beachtung zukommen.

Die Abfärbetheorie bezeichnet die steuerrechtliche Umqualifizierung einer Einkunftsart zu Einkünften aus Gewerbebetrieb und betrifft im Alltag häufig die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch als BGB-Gesellschaft oder GbR bezeichnet, wenn es sich um eine Mitunternehmerschaft handelt.

Die Umqualifizierung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Einkünfte aus Gewerbebetrieb erstreckt sich auf die gesamten Einkünfte in der vermietenden Mitunternehmerschaft, auch wenn nur ein geringer Teil des Gesamtumsatzes, der sich aus Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, sowie Einnahmen aus Netzeinspeisevergütung zusammensetzt, ursprünglich gewerblich ist.

Im Ergebnis werden die gesamten Einkünfte mit Gewerbesteuer belastet und durch die Umqualifizierung der Art der Einkünfte Betriebsvermögen begründet, mit der Folge, dass die nun betriebliche Immobilie nicht mehr steuerfrei veräussert werden kann.

Für Erbengemeinschaften und eheliche Gütergemeinschaften kommt die Abfärbetheorie nicht zum Tragen, sie besitzen keine Rechtsfähigkeit und können keine Mitunternehmerschaft begründen.

Da der Gesetzgeber das Ziel hat, die erneuerbaren Energien weiter auszubauen und diese Regelung auch vom Bund der Steuerzahler insgesamt  als hinderlich für den Betrieb von Photovoltaikanlagen auf vermieteten Immobilien angesehen wird, bleibt abzuwarten, ob der Gesetzgeber diese Regelung entschärfen wird.