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Minijob – Haushaltshilfe hilft auch beim Steuern sparen

Lassen Sie sich im Privathaushalt beim Putzen, Wäsche waschen und Bügeln, Einkaufen, Kochen und Abwaschen, im Garten beim Rasen mähen und ähnlichen haushaltsnahen Dienstleistungen, die normalerweise Familienmitglieder ausführen, von einer Haushaltshilfe gegen Entgelt unterstützen, so müssen Sie als Arbeitgeber im Privathaushalt diesen Minijob bei der Minijobzentrale anmelden.

450-Euro-Minijobs im Privathaushalt sind eine besondere Form der geringfügig entlohnten Beschäftigung und werden durch ein vereinfachtes Melde- und Beitragsverfahren, dem Haushaltsscheckverfahren, bei der Minijobzentrale gemeldet. Die Anmeldung im Haushaltsscheckverfahren bei der Minijobzentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See kann im Internet online oder mit dem Haushaltsscheck-Formular erfolgen.

Der Arbeitgeber muss im Haushaltsscheckverfahren die Minijobzentrale zum Einzug der pauschalen Abgaben ermächtigen. Die Lohnzahlungen an die Haushaltshilfen sollten immer per Überweisung gezahlt werden. Das erleichtert den Nachweis gegenüber dem Finanzamt.

Die Minijobzentrale übernimmt die Meldung zur Unfallversicherung. Der Unfallversicherungsbeitrag ist beim Haushaltsscheckverfahren bereits in den pauschalen Abgaben an die Minijobzentrale enthalten. Als Arbeitgeber im Privathaushalt tragen Sie zudem pauschale Abgaben zur Kranken- und Rentenversicherung, Umlagen und eine einheitliche Pauschsteuer.

Die Versteuerung des Minijobs durch die Haushaltshilfe ist bereits durch die einheitliche Pauschsteuer durch den Arbeitgeber abgegolten. Für neue Beschäftigungsverhältnisse besteht seit dem Jahr 2013 grundsätzlich Rentenversicherungspflicht, so soll der Minijob die späteren Rentenansprüche der Haushaltshilfe erhöhen. Weitergehende Sozialversicherungsansprüche in der Krankenversicherung entstehen durch den Minijob für die Haushaltshilfe nicht.

In der privaten Einkommensteuererklärung kann der Arbeitgeber die Aufwendungen für den Minijob als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen und zum Teil von seiner Einkommensteuerschuld abziehen.
So hilft die Haushaltshilfe als Minijobber auch beim Steuern sparen:

Arbeitslohn 200,00 € monatlich = Jahresarbeitslohn        2.400,00 €

pauschale Abgaben an Minijobzentrale 14,44 %            346,56 €

Aufwendungen gesamt                                                     2.746,56 €

Steuerabzug 20 % der Aufwendungen

maximal 510,00 € Einkommensteuerersparnis                   510,00 €

zuzüglich Solidaritätszuschlagsersparnis                              28,05 €

Steuerersparnis gesamt                                                     538,05 €

abzüglich pauschale Abgaben an die Minijobzentrale         346,56 €

Gesamtvorteil des Arbeitgebers im Privathaushalt            191,49 €

In diesem Beispiel (Stand 2014) beteiligt sich der Staat mit fast einem Monatslohn an den Aufwendungen für eine Haushaltshilfe.

Schwarzarbeiter zu beschäftigen macht keinen Sinn, denn die helfen nicht beim Steuern sparen und ausserdem würden Sie sich strafbar machen.

Werden die haushaltsnahen Dienstleistungen durch Haushaltshilfen ausgeübt, die als Angehörige des Arbeitgebers anzusehen sind, so kann hier ein Beschäftigungsverhältnis nur dann anerkannt werden, sofern ein Arbeitsvertrag wie unter Fremden üblich abgeschlossen und durchgeführt wird. Darüberhinaus dürfen Arbeitgeber und die mit ihm verwandte Haushaltshilfe nicht im gleichen Haushalt leben.

Wird die Haushaltshilfe als Minijobber gleichzeitig im Privathaushalt und im Unternehmen des selben Arbeitgebers beschäftigt, so kann das günstige Haushaltsscheckverfahren nicht angewendet werden.