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Physiotherapeut – Umsatzsteuerpflicht

Die Leistungen der Physiotherapeuten sind nur dann von der Umsatzsteuer befreit, wenn es sich bei dieser Leistung um eine sogenannte Heilbehandlung handelt. Da die Ausbildung zum Physiotherapeuten keine ausreichenden Kenntnisse zu einer selbständigen medizinischen Diagnose in der Humanmedizin, sondern ausschliesslich die Fähigkeiten und Kenntnisse für die nachgelagerte Heilmittelerbringung vermittelt, sind die Leistungen der Krankengymnasten nur dann umsatzsteuerfreie Heilbehandlungen, wenn diese Leistungen aufgrund einer ärztlichen Anordnung oder im Rahmen einer genehmigten Vorsorge- oder Rehabilitationsmassnahme erbracht werden.

Vereinfacht betrachtet: Erfolgt die Behandlung mit Rezept, bleibt die Heilbehandlung umsatzsteuerfrei.

Konsequenz: Die Behandlungen, die der Patient selbst zahlen muss, da sie ohne Rezept erfolgen verteuern sich durch die anfallende Umsatzsteuer.

Physiotherapeutische Leistungen wie Fango oder Heilmassage werden als umsatzsteuerlich begünstigte Heilbäder eingestuft, daher gilt für diese Leistungen der ermässigte Umsatzsteuersatz von 7 %.

Nach Auslegung der Finanzverwaltung gilt dies auch für alle Behandlungsleistungen die typischerweise von Physiotherapeuten erbracht werden, ihrer Art nach allgemeinen Heilzwecken dienen und grundsätzlich von den Krankenkassen als Heilmittel anerkannt werden.

Dagegen werden Anwendungen im Bereich Wellness mit dem vollen Umsatzsteuersatz von derzeit 19 % versteuert.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ayurveda-Massage
  • Entspannungsmassage
  • Hot Stone Massage
  • Hot Chocolate Massage
  • Honigmassage
  • Klangmassage
  • Lomi Massage
  • Prana Stone Massage
  • Thai Massage
  • TouchLife Massage und weitere

Das gilt auch für Zusatzangebote, wie das Bereitstellen von Fitnessgeräten durch Physiotherapeuten wie im Fitnesscenter.

Achtung: Physiotherapeuten die überwiegend umsatzsteuerfreie Heilbehandlungen (mit Rezept) erbringen, können von der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerregelung profitieren, sofern sie nicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichten.

Die Behandlungsleistungen (ohne Rezept), die Behandlungen ohne Anerkennung als Heilmittel durch die Krankenkassen und die Leistungen, die u. a. dem Wellness und Fitness zuzuordnen sind, bleiben zwar umsatzsteuerpflichtige Leistungen. Durch die Anwendung der umsatzsteuerlichen Kleinunternehmerregelung wird die Umsatzsteuer jedoch nicht erhoben, wenn die im § 19 Umsatzsteuergesetz genannten Umsatzgrenzen des laufenden Jahres und des Vorjahres nicht überschritten werden.

Kleinunternehmer dürfen die Umsatzsteuer nicht in ihren Rechnungen ausweisen und müssen jährlich eine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt einreichen, in der die Angaben zur Besteuerung der Kleinunternehmer enthalten sind.